Gründüngung

Ein gutes Beispiel zur Gestaltung und Bewirtschaftung im ökologisch angelegten Garten stellt die Gründüngung dar. Gründüngung hat darüber hinaus in allen Gärten ein gutes zu Hause. Es bringt für uns und der Natur einen positiven Mehrwert.

Unter Gründüngung versteht man im engeren Sinne den Anbau bestimmter Kulturpflanzen, besonders im Zwischenfruchtanbau und anschließender Einbringung im grünen Zustand in den Gartenboden. Die eingebrachte organische Masse hat eine düngende und humusfördernde Wirkung. Bei tiefwurzelden Gründüngugspflanzen werden die tieferen Bodenschichten erschlossen und gelockert.

Als ein klassisches Beispiel von Gründüngungspflanzen stellen die stickstoffsammelnden Leguminosen, die gleichzeitig den Boden mit Stickstoff aus der Luft anreichern, dar. Zusätzlich zu der Düngewirkung leisten Gründüngungspflanzen einen wichtigen Beitrag zur Bodenbeschattung und Abdeckung, halten und reichern die organische Masse des Bodens an und erschließen tiefere Bodenschichten.

Beim Einsatz von Gründüngungspflanzen sollte man auch an den Wechsel der Pflanzenfamilie denken. Zum Beispiel kein Senf aussähen bei Kohlhernie, beides sind Kreuzblütler und der Erreger ist bis zu 7 Jahren im Boden aktiv.

Bei einem Anbau von schwach zehrenden Gemüsepflanzen sollten, keine Leguminosen stehen. Bei stark zehrenden Gemüsepflanzen wäre dies die richtige Vorkultur.

Im Frühjahr wird die Gründüngung etwa zwei Wochen vor der geplanten Aussaat oder Pflanzung flach eingearbeitet. Für den Winter findet die Aussaat der Gründünungspflanzen von August bis Oktober statt.

Für einen Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel maßgebend. Steht dieselbe Gemüsekultur und nahe Verwandte immer wieder auf dem gleichen Beet, können sich pflanzenspezifische Krankheiten entwickeln. Hier lässt sich eine blühende Gründüngung gut integrieren. Ein gutes Beispiel ist hier der „Bienenfreund“ auch Phacelia genannt. Denn die Pflanzen liefern mit ihren blauen Blüten sehr viel Pollen und Nektar. Neben weiteren Gründüngungspflanzen mit bienenfreundlichen Blüten wie Senf und Klee lassen sich auch Sommerblumen gut einbinden. Studentenblumen (Tagetes) und Ringelblume (Calendula) können ebenfalls ganze Beete bedecken. So wird die Gründüngung im Garten eine abwechslungsreiche Gestaltung mit vielerlei Nutzen. Machen Sie mit und bringen Sie auch Flächen zum Blühen!

Pflanze Verwendung Böden Aussaat Winterhart Saattiefe Saatmenge Besonderheit
Winterraps Nachsaat tiefgründige Lehmböden August bis Oktober Friert ab

bis -20C

1,5-2,5 cm 4-6,5g/m2 nicht vor und nach Kohl setzen
Winterroggen Vorkultur alle Februar bis November ja 2-3 cm 15g/m2 Unterdrückt Unkräuter, viel Wurzelmasse
Serradella Bodenlockerung,

Zwischenfrucht

Schlechte,

alle Böden

Juli bis August Nein, Friert ab 2-3 cm 3-4 g/m2 Nicht vor oder nach Erbsen, Bohnen
Tagetes Mischkultur sandig bis lehmig Böden März bis September Nein, einjährig 1-2 cm 10-25 g/m2 mindert Nematodenbefall
Lupine für verdichtete Böden arme Böden,

leichte Böden

April bis August Ja, mehrjährig 2-3cm 2g/m2 Viel Grünmasse

Tiefwurzler, Stickstoffsammler

Bienenfreund Nachsaat alle Böden April bis September Nein, Friert ab 1-2cm 5g/m2 Bienenweide, Flachwurzler
Gelbsenf Nach- oder Mischkultur mittelschwer

Boden

März bis September Nein, bis 7 °C 2-3cm 10g/m2 Pfahlwurzel, nicht vor Kohl setzen
Phacelia Vorsaat alle Böden März bis September Nein, bis 8 °C 1-2cm 1,5g/m2 Bienenweide, viel Wurzelmasse, wintert gut aus
Ölrettich Nachsaat Schwere, verdichtete Böden August bis September Nein, Friert ab 2-3cm 4g/m2 Pfahlwurzel, viel Grünmasse
Bitterlupine ganzjährig leichte, etwas sauer Boden April bis September Nein, Friert ab 3-4cm 20g/m2 Tiefwurzler, Bodenaufschließer, Stickstoffsammler
Luzerne für verdichtete Böden mittelschwer Boden März bis August Ja, mehrjährig 2-3cm 2g/m2 Tiefwurzler, Stickstoffsammler
Inkarnatklee Nachsaat alle Böden März bis September Nein, Friert ab

bis -10C

1-2cm 5g/m2 Bienenweide, Stickstoffsammler

 

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